Raseneisenstein

Raseneisenstein

Die Bezeichnung Raseneisenstein trägt eine verfestigte Mischung aus Eisenoxid, Tonerde und Sand, die je nach Fundort in einer anderen Konzentration zusammengesetzt ist. Sumpfeisenstein, Raseneisenerz, Rasenerz, Klump oder Brauneisenstein sind andere Bezeichnungen für Raseneisenstein.

Ihren Ursprung findet die Bezeichnung Raseneisenstein darin, dass das Material häufig unter den Grassoden von Grasland und Wiesenflächen gefunden wird. Insbesondere in Gebieten mit sumpfigen Niederungen und breiten Flussauen bildete sich während der letzten Eiszeit Raseneisenstein.

Durchströmt eisenhaltiges Grundwasser feinen bis mittelkörnigen Sand und kommt in der Nähe der Oberfläche mit Sauerstoff in Kontakt, so fällt Eisen aus. In einem Kristallisationsprozess entsteht dann innerhalb eines längeren Zeitraums Brauneisen.

Meist zeigt sich Raseneisenstein in brauner Farbe. Enthält Raseneisenstein aber viel Mangan, so wirkt der schwarz. Verwitterter Raseneisenstein verfärbt sich von rostbraun bis gelblich. Das Material variiert zudem sehr stark in der Härte, die von der Konzentration der einzelnen Bestandteile abhängig ist.

Raseneisenstein diente früher der Gewinnung von schmiedbarem Eisen. Auch als Baumaterial wurden festere Formen eingesetzt. Die Raseneisensteine ließen sich leichter verarbeiten als beispielsweise Granit- und Felssteine.

Raseneisenstein, der einen besonders geringen Erzgehalt aufweist, ist sehr verwitterungsempfindlich. Raseneisenstein mit einem hohen Eisengehalt hingegen ist hart und wirkt aufgrund von eingeschlossenen Poren wärmedämmend. In Mitteleuropa wurden Kirchen, Wohngebäude und Stadtmauern aus diesem Material erbaut.

Größere Vorkommen von Raseneisenstein gibt es in Deutschland in den Gebieten Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Bauwerke wie der Kirchturm in Winsen an der Aller und die Stadtmauern von Dahme in Brandenburg und Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern bestehen aus diesem Material. Meist stehen solche Bauwerke unter Denkmalschutz.

In der heutigen Zeit ist Raseneisenstein besonders anfällig für Schäden durch Umweltverschmutzung und durch die Schwefeldioxidbelastung in der Luft. Die äußeren Schichten des Materials werden spröde, bilden Schuppen aus und bröckeln ab. Verfestigt kann Raseneisenstein durch chemische Verfahren werden.

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